Chiemsee

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Geographische Lage:

Alpenvorland

Zuflüsse:

Tiroler Achen, Prien

Abfluss:

Alz

Inseln:

Herreninsel, Fraueninsel, Krautinsel

Orte am Ufer:

Prien am Chiemsee, Breitbrunn am Chiemsee, Gstadt am Chiemsee, Seebruck, Chieming, Bernau am Chiemsee

Größere Städte in der Nähe:

Rosenheim, Traunstein

 

                 Karte des Chiemgau mit dem Chiemsee

Der Chiemsee [ˈkiːmzeː], auch „bayerisches Meer“ genannt, ist der größte Seein Bayernund nach dem Bodenseeund der Müritzder drittgrößte See in Deutschland (der Starnberger Seehat allerdings ein größeres Wasservolumen).

Der Chiemsee verfügt über ein Volumen von 2.047.840.000 m³ bei einem Umfang von 63,96 km (Uferlänge mit Inseln 83 km). Das Einzugsgebiet beträgt 1.398,56 km², davon 605 km² in Bayern. Die Inseln im See sind Herreninsel(238 ha), Fraueninsel(15,5 ha) und Krautinsel(3,5 ha), die zusammen die Gemeinde Chiemseebilden, sowie die gemeindefreie InselSchalch(22 m²).

Es wird gemutmaßt, das der See, der Ort Chiemingund der gesamte Chiemgaunach einem Grafen mit dem Namen Chiemobenannt seien.

Entwicklung  

Der Chiemsee entstand wie viele andere Voralpenseen am Ende der letzten Eiszeitvor ca. 10.000 Jahren als Ausschürfung eines Gletschers(Zungenbeckensee). Ursprünglich bedeckte der See eine Fläche von fast 240 km², was etwa dem dreifachen der heutigen Wasserfläche entspricht. Innerhalb von 100 Jahren verringerte sich die Wasserfläche um ca. 200 ha. Vor 100 Jahren wurde der Wasserspiegel um zirka einen Meter abgesenkt. Dadurch wurden große Flächen trockengelegt.

See und Umgebung 

Der größte Zufluss des Sees ist die Tiroler Achen, der einzige Abfluss die Alz. Die Zuflüsse Tiroler Achenund Prienspülen Sandund Geröllin den See, so dass er langsam verlandet.

 

Blick von der Fraueninsel auf den Chiemsee

Die Landschaft um den Chiemsee, der Chiemgau, ist eines der beliebtesten Erholungsgebiete Bayerns. Der landschaftliche Reiz des Chiemsees entsteht durch die unmittelbare Nähe der Chiemgauer Berge (Hochfelln, Hochgern, Hochplatteund Kampenwand). Der See steht unter dem Schutz der internationalen Ramsar-Konvention.

Bekannt ist der See vor allem durch zwei seiner drei größeren Inseln: Auf der Fraueninselbefindet sich ein Nonnenkloster. Noch bekannter ist die Herreninsel, auf der sich zwei Schlösser befinden: Ein Landschaftspark mit dem Alten Schloss (einem ehemaligen Kloster) sowie das Neue Schloss Herrenchiemseedes „Märchenkönigs“ Ludwig II., das dem Schloss von Versaillesnachempfunden ist. Die dritte Insel - die Krautinsel- ist unbewohnt. Außerdem gibt es drei sehr kleine Inseln: Der Schalchwestlich der Fraueninsel sowie zwei namenlose, baumbestandene Inselchen 54 bzw. 80 Meter südlich der Krautinsel, mit jeweils wenigen Quadratmetern Fläche.

Im Westen, nördlich der Herreninsel, ist der Chiemsee durch Buchten tief gegliedert, von West nach Ost:

  • Schafwaschener/Aiterbacher Winkel (darin im Süden Grünmanndl Winkel)
  • Kailbacher Winkel
  • Mühlner Winkel

Zwischen diesen Buchten ragen Halbinselnin den See.

Der Chiemsee gliedert sich in den größeren, offenen Weitsee im Nordosten (mit der Chieminger Bucht im Osten) sowie in den Inselsee im Südwesten. Während die drei größeren Inseln die Gemeinde Chiemseebilden und zum Landkreis Rosenheimgehören, bildet der See (Wasserfläche) mit den kleinen Inseln und mit einigen Schwemmlandinselnim Mündungsdeltader Tiroler Achenein gemeindefreies Gebietdes Landkreises Traunstein. Die Kreisgrenze verläuft genau am Westufer des Sees. Nur einige Seitenbuchten in der Nähe von Rimstingzählen zum Landkreis Rosenheim. Der See ist Eigentum des Freistaates Bayern, für dessen Verwaltung die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seenzuständig ist.

Am 24. November 1989 wurde nach Gesamtkosten von 280 Millionen DM die Ringkanalisationum den Chiemsee eröffnet. Vor dem Bau des Ringkanals flossen jährlich rund 115 Tonnen Phosphatin den See. Die beiden Äste der 68 Kilometer langen Rohrleitung treffen sich in Prien. Von dort wird das Abwasser zu einer 4,5 Kilometer entfernten Kläranlage geleitet, dann fließt es nach 9 Kilometern in den Inn.

 

Panoramaansicht auf den Chiemsee: rechts die Fraueninsel

 

Sport und Freizeit 

Der See stellt auch ein wichtiges Erholungsgebiet für die umliegenden Regionen dar. Neben dem Badebetrieb an verschiedenen Orten rund um den See wird vor allem der Segelsportam Chiemsee gepflegt; daneben wird der See auch mit Ruder- und Tretbooten befahren. Motorboote sind nur mit Ausnahmegenehmigung und unter strengen Auflagen erlaubt; Elektroboote sind dagegen häufiger anzutreffen. Ebenso wie Motor- oder Elektroboote benötigen auch Segelboote mit mehr als 9,20 m Länge oder mit einem Hilfsmotor über 4 kW oder mit Wohn-, Koch- oder sanitären Einrichtungen eine Zulassung des Landratsamtes Traunstein und ein Kennzeichen sowie einen privatrechtlichen Gestattungsvertrag mit der Bayerischen Schlösserverwaltung. Sinngemäß das gleiche gilt für Liegeplätze an Bojen oder Stegen. Auch Tauchen ist nur allenfalls mit Genehmigung des Landratsamtes zulässig.

Der von Radfahrern und Spaziergängern genutzte Uferweg rund um den Chiemsee führt meist direkt am Wasser entlang und ermöglicht Ausblicke auf den See.

 

Ostufer des Chiemsees, von der Maukspitze (Wilder Kaiser) aus gesehen

Die Herreninsel mit den Chiemgauer Bergen

Blick auf die Fraueninsel (November 2009)

Peter von Hess: Am Chiemsee, Mitte 19. Jh.

 

Winterliches Luftbild des Chiemsees

Delta der Tiroler Achen

Fraueninsel

Schlammeintrag durch Tiroler Achen

 

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